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2021-05-07

Blog #37

Heute stellen wir die Masterarbeit unserer Mitarbeiterin Maria Schmid aus dem Projekt Oasis Socialis Transition vor:

“Meine Masterarbeit, die ich im November 2020 am Institut der Bildungswissenschaft abgeschlossen habe, hat den Titel: „Die Betrachtung der Kooperationserfahrungen von Jugendlichen mit Behinderung im Rahmen von Reflecting Teams im Übergang von SEK I in SEK II oder Beschäftigung.“ und hatte starken Bezug zu Themen in unserer Arbeit in der Transition. In der qualitativen Forschung, die meiner Arbeit zu Grunde liegt, habe ich mich mit dem Thema inklusiver Übergangsprozesse von Jugendlichen mit Behinderung nach der Pflichtschule in weitere institutionelle Bildungseinrichtungen oder in die Arbeitswelt beschäftigt und dabei den Fokus auf die Partizipation der Jugendlichen am Prozess und Kooperationsprozesse zwischen den beteiligten Instanzen gelegt. Dazu zählten die betroffenen Jugendlichen mit Behinderung, deren Eltern und Professionelle wie Lehre*innen, Sozialarbeiter*innen etc., die einen solchen Übergang begleiten können. Zudem wurde die Selbstbestimmung der Jugendlichen im Alltag, sowie im Erhebungsraum betrachtet. Hintergrund der Arbeit ist, dass Menschen mit Behinderung im Übergang zwischen Bildungseinrichtungen und dem Zugang zur Arbeitswelt mit Hürden und Schwierigkeiten konfrontiert sind, mit welchen sich Menschen ohne Förderbedarf oft nicht auseinandersetzen müssen. Dies ist unter anderem dadurch zu begründen, dass Betroffene nicht über institutionell und gesellschaftlich geforderte Ressourcen verfügen, die Übergangsanforderungen zu erfüllen, wenig inklusives Angebot besteht und sie somit auf externe Hilfe u.a. seitens der Familien oder Professionellen angewiesen sind. Dabei ist das Miteinbeziehen der Jugendlichen, sowie die Förderung der Selbstbestimmung in Zukunftsentscheidungen von großer Wichtigkeit.

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Die Datenerhebung fand unter den Rahmenbedingungen der partizipativen Forschung anhand eines sogenannten Reflecting Teams statt, welches die Wurzeln in der systemischen Therapie hat und als Gruppendiskussion gestaltet war. Dabei kamen drei Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen zusammen und diskutierten über verschiedene Themen in einem künstlichen Setting, welches von mir beobachtet, aufgezeichnet, transkribiert und ausgewertet wurde. Das Reflecting Team gab den Jugendlichen die Möglichkeit, in einem geschützten Raum und unter Förderung der Partizipation selbstbestimmt Diskussionsthemen zu wählen. Es zeichnete sich durch wertschätzenden Umgang unter den Beteiligten aus, unterstütz von einem Forschungsteam, welches vertiefend nachfragte, das Gespräch begleitete und Wert darauf legte, alle einzubeziehen und den Raum zu geben, partizipativ am Gruppengespräch teilzuhaben.

Aus dem Gespräch ging hervor, dass das direkte Umfeld der Jugendlichen, in allen drei Fällen die Eltern und im weiteren Sinne die Lehrer*innen, die wichtigste Ressource für sie darstellte, im Übergangsprozess begleitet zu werden. Ein respektvoller Umgang und an die eigenen Ressourcen angepasste Empowermentprozesse spielten dabei eine zentrale Rolle. Es ließ sich erkennen, dass durch das Aufzeigen ihrer Möglichkeiten und das Fördern ihrer individuellen Fähigkeiten selbstbestimmtes Verhalten bestärkt wurde. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass es an allen Beteiligten liegt, Empowerment zu fördern, die Jugendlichen ihre Ressourcen und Interessen herausfinden zu lassen, diese zu bestärken und sowohl den Raum zu geben, eigene Entscheidungen zu treffen und sich für diese einzusetzen, als auch unterstützend zur Seite zu stehen.

Auch der Rahmen der partizipativen Forschung erwies sich in der inklusiven Forschung als sehr geeignet, da Inhalte gemeinsam erarbeitet wurden und die Jugendlichen mit Behinderung als Expert*innen ihrer Biographie im Mittelpunkt standen. Auch diese Arbeit zeigt, dass die inklusiven Angebote nach wie vor und trotz der 2008 in Österreich ratifizierten Behindertenrechtskonvention sehr reduziert sind, der Zugang zum Arbeitsmarkt immer erschwerter wird und es einem weiteren Ausbau des inklusiven Forschungsfeldes bedarf, um auf diese Verhältnisse aufmerksam zu machen.”

Admin - 11:42:21 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen

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