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2020-05-13

Blog #22 vom 13.05.2020

Medikamentenmanagement in der Transition

Mehr Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit im Alltag zu fördern stellt in unserer Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen einen zentralen Aspekt dar. Um diese im Bezug auf das Gesundheitsverhalten zu fördern, wurde das Tool des „Medikamentenstufenplan“ entwickelt. 

Dieser besteht aus fünf Stufen wobei mit jeder Stufe die Selbstverantwortung der/des Bewohner*in steigt. Somit bedeutet die Stufe 1 eine volle Begleitung der Bewohner*innen von Betreuer*innen im Bezug auf ihr Medikamentenmanagement. Dieses inkludiert das Besorgen der Rezepte von den jeweiligen Allgemeinmediziner*innen, die Abholung der Medikamente in den Apotheken, das Einschachteln in den Wochendispenser und das Wissen über die verordneten Medikamente. Mit jeder weiteren Stufe übernehmen unsere Bewohner*innen einen Teil dessen in Selbstverantwortung. Stufe 5 beschreibt ein völlig selbständiges Medikamentenmanagement. Neben der Beschaffung und Organisation der Medikation bedeutet dies auch das Erlangen des nötigen Wissens über Einnahmeschema, Wirkungsprofil, sowie mögliche Neben- bzw. Wechselwirkungen der eigenen Medikamente.

Das Tool des Medikamentenstufenplans dient jedoch nicht nur unseren Bewohner*innen als Hilfestellung. Auch für uns als Betreuungspersonen bietet er eine Übersicht über die Gestaltung der Begleitung unserer Bewohner*innen im Umgang mit ihren Medikamenten und damit der Erlangung von mehr Selbstwirksamkeit.

Für die konkrete Umsetzung bedeutet dies, dass dialogisch individuelle Strategien mit den Bewohner*innen erarbeitet werden. Pro Quartal führt die psychiatrische Krankenpflege ein Evaluierungsgespräch mit dem/der jeweiligen Bewohner*in, das neben dem organisatorischen auch einen wesentlichen psychoedukativen Charakter hat. Themen wie beispielsweise die richtige Lagerung von Medikamenten aber auch die Wichtigkeit einer regelmäßigen Einnahme sowie die Gefahren von Medikamentenmissbrauch finden hier ihren Platz. Aus diesen Gesprächen ergeben sich wiederum die weiterhin zu setzenden Maßnahmen durch das Betreuungspersonal zur weiteren Unterstützung. Auch hier orientieren wir uns an dem Leitsatz „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, um gemeinsam das Ziel des Stufenplanes zu erreichen: weitestgehende Selbständigkeit im Medikamentenmanagement bis zum Auszug. (Text: Jakob Prandstätter, Transition)

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Admin - 08:44:56 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen